Johann Zarco - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Johann Zarco ist kein Fan von Rennkommissar Freddie Spencer

(Motorsport-Total.com) – Beim Grand Prix von Spanien in Jerez kam es in der zehnten Runde in der Sito-Pons-Kurve zu einem Unfall zwischen Aleix Espargaro (Aprilia) und Johann Zarco (LCR-Honda).

Es war das Duell um den 16. Platz. Espargaro war hinter dem Franzosen, zog auf die Innenseite und stürzte. Dabei riss er auch Zarco ins Kiesbett.

Was war geschehen? „Ich hatte ein Problem mit der Kupplung und einen sehr, sehr schlechten Start“, berichtet Espargaro. „Ich habe viele Positionen verloren. Dann hat mich Morbidelli mehrmals berührt, auch Johann.“

„Ich versuchte Positionen gutzumachen, aber in Kurve 5 blockierte das Vorderrad komplett. Ich bin gestürzt und mein Motorrad hat Johann zweimal getroffen. Schade, dass das Wochenende so geendet hat.“ Denn Espargaro ist auch im Sprint durch Sturz ausgeschieden.

Nach dem Rennen mussten beide bei den Rennkommissaren antreten. Dort gingen die Wogen hoch. „Nicht kompetent“, schimpft Zarco über Freddie Spencer, den Vorsitzenden der Rennkommissare. „Man muss jemand anderen für diesen Platz besetzen.“

„Er trifft nicht die richtigen Entscheidungen. Vielleicht ist er zu leidenschaftlich und dadurch beeinflusst, welchen Fahrer er bestraft und welchen nicht“, findet Zarco deutliche Worte. Im Büro der Rennleitung ging es hitzig zu.

„Aleix hat zu mir gesagt: ‚Aber du hast mich vorher schon dreimal berührt‘. Aber das habe ich nicht. Wir hatten einige Überholmanöver, es war ein tolles Duell. Es ist normal, dass wir bei einigen Dingen nicht übereinstimmen.“

Während sie sich die Videoaufnahmen vom Unfall angesehen haben, diskutierten Zarco und Espargaro über die Situation. „Freddie hat uns zugesehen“, berichtet Zarco. „Ich habe ihn gefragt, was ich sagen soll?“

„Worüber soll ich mich beschweren und eine Strafe verlangen? Soll ich sagen, dass er bestraft werden muss? Es ist mir egal, es ändert nicht mein Leben. Er soll tun, was er tun muss. Er hat Binder im Sprint nicht bestraft, also gab es da schon ein Problem.“

„Aleix hat zugestimmt. Ich habe zu Freddie gesagt: ‚Egal, ich mag dich nicht und du machst deinen Job nicht richtig. Du kannst tun was du willst.‘ Und dann haben sie mich hinausgeschickt. Es gibt Leute, die ihren Job sehr gut machen.“

„Aber er ist derjenige, der die Entscheidungen trifft. Und das ist nicht gut“, betont Zarco seine Meinung. „Die Aktion endete in einem Sturz in einer schnellen Kurve. Am wichtigsten ist, dass sich niemand verletzt hat.“

Und was sagt Espargaro dazu? „Ich war sehr unzufrieden. Ich habe zu Johann gesagt, dass er mehr Respekt haben soll, weil wir waren auf Platz 16 und er hat mich drei oder viermal berührt. Er meinte, dass er so fährt und so überholt.“

„Okay, ich fahre nicht so. Deshalb habe ich, um die Berührung zu verhindern, das Vorderrad blockiert und bin gestürzt. Einfacher wäre gewesen, wenn ich ihn in dieser Kurve berührt hätte. Wir haben am Samstag gesehen, dass es dafür keine Strafe gibt.“

„Aber so fahre ich nicht“, sagt Espargaro. „Ich habe das Vorderrad blockiert, um den Kontakt zu vermeiden. Das habe ich zu Johann gesagt. Er meinte, dass er mich versteht. Aber dann war Johann wirklich wütend auf die Rennkommissare, wegen anderer Aktionen im Sprint.“

„Er hat seine Emotionen nicht verborgen. Ich war nicht auf Johanns Seite. Ich bin mit dieser Situation nicht zufrieden. Mit dieser Situation hätte man viel besser umgehen können. Ich bin mit ihm hinausgegangen, um ihm zu helfen. Ich kann Johann verstehen.“

Damit meint der Spanier, dass er prinzipiell den Ärger von Zarco nachvollziehen kann. Schlussendlich kamen die Rennkommissare zu dem Urteil, dass es ein Rennunfall war. Es wurde keine Strafe ausgesprochen.

„Ob sie eine Strafe verhängen oder nicht, ist mir egal. Das ändert nicht mein Leben“, wiederholt Zarco. „Ich möchte mich nicht beschweren und möchte mich auch nicht über Aleix beschweren, obwohl es andere Probleme gibt und er sich über mich beschwert.“

„Ich habe zu ihm gesagt, dass wir nicht einer Meinung sind. Er kann tun, was er will. Es ist Aleix. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Personen, die diese Entscheidungen treffen, es nicht richtig machen.“

Text von G.Dirnbeck, Co-Autoren: O.Puigdemont, L.D’Adderio

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